Der COLURZblog

Interessiert in Tipps, Tricks und Informationen zu Photoshop, Illustrationen, Kunst, Fotografie, Webdesign, Blogdesign, Tutorials, Wordpress, Design-Wettbewerben und Grafikdesign? Dann ist der COLURZblog genau das Richtige. Tägliche News zu diesen und einigen anderen Themen, sind der perfekte Einstieg in den Tag.

Gut zu wissen...

Bescheid zu wissen, ist von Vorteil. Aus diesem Grund gibt es hier in naher Zukunft nun auch Rezensionen zu lesen. Vorgestellt werden dort Produkte, die etwas mit den Stammbereichen auf COLURZblog zu tun haben und deshalb für Euch Leser relevant sein könnten. Viel Spass!

Rezension: Schärfe Deinen Blick

Sich täglich in der großen Bilderflut zu Recht zu finden und bei diesem unglaublich riesigen Angebot nicht völlig verwirrt zu werden, bedarf schon einer erweiterten Kompetenz. Möchte man zusätzlich noch selbst mit ein bisschen Anspruch Portraits machen und einen eigenen Stil entwickeln, finde ich es sehr hilfreich Ansätze zu haben.

Anspruchsvolle Portraits

Portraits werden von fast jedem gemacht der eine Kamera besitzt, aber was eine gute Aufnahme ausmacht bleibt vielen verborgen. Einen geschulten bzw. scharfen Blick dafür zu bekommen erfordert nicht nur viel Übung, sondern im Idealfall auch eine gute Anleitung. Wer sich hier also etwas mehr erarbeiten möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.[inspic=567]Nicht nur das: wer tiefer in die Materie eindringen will, hat ein klares, umfangreiches und alle Epochen der Fotografie abdeckendes Buch zu Verfügung. Die abgebildeten Fotos werden in 12 Kapiteln sehr gründlich, aber viel wichtiger noch, sehr inspirierend besprochen. Manche der Fotos hatten für mich auf den ersten Blick keine größere Relevanz. Nach dem Lesen der Besprechung hatte sich das grundlegend verändert und ich hatte das Gefühl eingehender hinschauen zu können und Details zusehen, die mir sonst nicht aufgefallen wären. Meiner Abneigung gegenüber Theorie zum Trotz, ist hier das Kunststück gelungen, sie mit praktisch-technischem, sowie philosophischem zu verbinden und ist dadurch frisch und greifbar. Gleich im ersten Kapitel, „Blick und Blickwechsel“, beschreibt Angier die Herangehensweise des Fotografen Richard Avedon.

Fotografieren in Ruhe

Während des Shootings wurde nicht gesprochen und er hat die Kamera mit einem Fernauslöser betätigt, so musste er nicht ständig durch die Kamera schauen und konnte mit seinem Model Blicke tauschen und die auch noch so kleinen Veränderungen des Ausdrucks aus anderer Perspektive wahrnehmen. Auf der folgenden Seite ist eine Übung hierzu beschrieben, in der auf den historischen Kontext hingewiesen wird. In der Anfangszeit der Fotografie waren längere Belichtungszeiten nötig, was die Personen vor der Kamera dazu zwang lange ruhig dazusitzen und nicht zu sprechen. Ein Umstand der jenen Bildern einen besonderen Ausdruck verlieh. Im Gegensatz dazu ist es heute üblich, dass der Fotograf eher einem Animateur gleicht und es meist am Set alles andere als ruhig zugeht. Warum es nicht einfach mal mit dieser Stille versuchen, die die Aufmerksamkeit und Intensität des Blicks in die Kamera verändert?[inspic=568]

Kapitel 8 beschäftigt sich mit der Frage ob sich das Motiv im Vordergrund befinden und scharf fokussiert sein muss; und zweitens, wenn ein Bereich des Bildes unscharf ist, es dann der Hintergrund sein muss, weil er als unwichtig erachtet wird. Eine spannende Frage. Im Text wird sehr anschaulich geschildert, wie die Spannung optisch verschiedener Welten, hier der Vorder- bzw. Hintergrund, aufgebaut werden kann, indem gebräuchliche Schemata umgekehrt werden. Ein diffuser Vordergrund ist eine Vokabel mehr bei der Gestaltung eines Bildes. Was erzählen unscharfe Bilder und auf welche Weise tun sie dies? Auch hierzu gibt es eine Übung die anregt das Gegenteil von dem zu machen, was man üblicherweise machen würde und sich bewusst mit Schärfe/Unschärfe auseinander zu setzen.

Fazit: Die klare Gliederung des Buches und der Kapitel helfen die große Menge des Inhalts je nach Interesse anzugehen. Jedes Kapitel enthält drei Elemente: eine Analyse eines Aspekts der Portraitfotografie, Bildbeispiele aus Gegenwart und Vergangenheit und eine zum Thema gehörende Übung. Die 213 Seiten über Personenfotografie geben nicht nur eine tiefen Einblick zu diesem Thema, sondern schärfen den Blick nicht nur für Portraits. „Schärfe Deinen Blick“ ist ein fundiertes, anregendes und mit Liebe gemachtes Buch für alle, die gerne Menschen ablichten. Ob Profi oder ambitionierter Amateur, es ist Fundgrube und Aufforderung zugleich, die Möglichkeiten der Portraitfotografie auszukundschaften und damit kreativ zu experimentieren. Für mich ein weiteres Highlight von Addison Wesley welches ich nicht in meinem Bücherschrank missen möchte.

Weitere Informationen zum Buch direkt bei Addison-Wesley.

©Rezension von Micha Brem (mb) für COLURZblog.

1 Reaktion zu “Rezension: Schärfe Deinen Blick”


  1. rene schrieb:


    danke für den beitrag hab mir das buch gekauft

Hier kannst Du einen Kommentar abgeben